Ilmenau lädt ein, die Thüringer Tischkultur zu erleben

(djd). Unter dem Motto „Thüringer Tischkultur“ lädt der ganze Freistaat Thüringen zu Genussreisen ein und lockt mit regionalen Köstlichkeiten von Saale-Unstrut-Wein über Nougat, Rapsöl und Senf bis zu den berühmten Thüringer Klößen. Und zur stilvollen Gaumenfreude gehören im Land von Goethe, Schiller und der Wartburg auch regionale handwerkliche Schätze aus Glas, Keramik, Porzellan und Holz, denn das Auge isst bekanntlich mit. Besonders überraschend und unterhaltsam ist in diesem Sinne die Sonderausstellung „Vom Auerhahn zur Schwanendose – Kuriositäten der Tischkultur“ im GoetheStadtMuseum in Ilmenau, zu sehen bis 14. Oktober.

GoetheStadtMuseum in Ilmenau – dort ist die Sonderausstellung "Vom Auerhahn zur Schwanendose - Kuriositäten der Tischkultur" vom 29. April bis 14. Oktober zu sehen.
GoetheStadtMuseum in Ilmenau – dort ist die Sonderausstellung „Vom Auerhahn zur Schwanendose – Kuriositäten der Tischkultur“ vom 29. April bis 14. Oktober zu sehen.
Foto: djd/Stadtverwaltung Ilmenau/Harti

Der Mops als Dose

Eine edle Fayence-Pastetendose kommt in Form eines Mopses daher, ein gläsernes Trinkgefäß stellt sich als aufwendiges, filigranes Schiff dar, und Scherzgefäße aus farbigem Glas laden als Schnapshunde, Stiefel oder Pokale zum Trinken und Feiern ein. Sogenannte Schaugerichte – Geschirr in Form von Pflanzen und Tieren – dienten im 17. und 18. Jahrhundert zur Belustigung an der höfischen Tafel. Eine Spezialität der Ilmenauer Porzellanmanufaktur waren Schwanen- und Entendosen, die auch in bürgerlichen Haushalten zur Aufbewahrung von Butter und Pasteten beliebt waren. Die Ausstellung erzählt auch die Geschichten, die sich hinter den ausgefallenen Stücken verbergen. Und sie hinterfragt heutige Kuriositäten auf dem gedeckten Tisch: Was werden unsere Nachfahren wohl über Pfeffer- und Salzstreuer in Form verliebter Pärchen sagen? Alle Informationen sind unter www.ilmenau.de** zu finden.

Aus dieser Erfurter Fayence-Dose in Form eines Mopses aß man im 18. Jahrhundert Pastete.
Aus dieser Erfurter Fayence-Dose in Form eines Mopses aß man im 18. Jahrhundert Pastete.
Foto: djd/Ralf-Michael Kunze, Thüringer Museum Eisenach

Der Auerhahn auf dem Hausberg

Ein historisches Rezept der Ilmenauer Gaststätte „Auerhahn“ verrät einiges über die Qualität der Pasteten aus dem Fleisch dieses Waldvogels, nach dem der Ilmenauer Hausberg „Kickelhahn“ benannt ist. Wer auf dem Goethewanderweg auf seinen 861 Meter hohen Gipfel steigt, kommt am Museum Jagdhaus Gabelbach vorbei, wo Goethe oft zu Gast war. Hier sind ausgestopfte Auerhähne zu sehen, die in freier Wildbahn heute selten sind, sowie der Festsaal, in dem früher prunkvoll getafelt wurde. Um die „Thüringer Tischkultur“ zu erleben, ist das beschauliche Städtchen Ilmenau ein guter Ausgangspunkt, denn kulturträchtige Orte wie Erfurt, Eisenach, Gotha, Weimar und Jena, berühmte Thüringer Porzellanmanufakturen und gastliche Weingüter sind von hier schnell zu erreichen.

Die Auerhahn-Pastete ist angelehnt an ein historisches Rezept – man kann sie nur während der aktuellen Sonderausstellung im Berg- und Jagdhotel Gabelbach probieren.
Die Auerhahn-Pastete ist angelehnt an ein historisches Rezept – man kann sie nur während der aktuellen Sonderausstellung im Berg- und Jagdhotel Gabelbach probieren.
Foto: djd/Stadtverwaltung Ilmenau